Gabriela von Witzleben
Coaching und Psychotherapie (HPG)

 

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Einführung in die Fallbeispiele:
Hier sehen Sie Bilder und Fotos aus meiner Seminar- und Therapiearbeit. Im Gespräch auftretende Themen oder Innere Personen werden durch Scheiben oder Rechtecke symbolisiert und in Bezug zum Klienten gesetzt. Dieser legt auch für seine Person ein Symbol. Während der Sitzung können sich diese Plätze immer wieder verändern. Sei es, dass der Klient einen Impuls hat oder ich einen Vorschlag mache. Er steht immer wieder eine Zeit auf seinem Platz im dargestellten System und kann so Verbindung aufnehmen zu einzelnen Aspekten oder Inneren Personen. Die Bilder sind eine Momentaufnahme und spiegeln den augenblicklichen Stand der Arbeit des Klienten mit seiner Psyche wieder. Oft kommt es vor, dass in weiteren Sitzungen Symbole zusammen kommen, da sie verschiedene Aspekte einer Inneren Person sind oder der Platz sich in Bezug zum Menschen verändert.

Max gefangen zwischen Kampf und ResignationFallbeispiel 1: Dialog mit Inneren Personen/Aufstellung - Max gefangen zwischen Kampf und Resignation
Das rote Viereck steht für eine Innere Person die als energiegeladener Kämpfer aber auch als Wächter in Max System wirkt. In der ersten Sitzung war dieser Kämpfer und Wächter sehr aktiv und machte schnell klar, dass er hier sei, um die Probleme von Max, seine schwarzen Löcher wie er es nannte, möglichst schnell in den Griff zu bekommen. Dieser Wächter stellte aus seiner Sicht dar, dass Max sonst ziemlich erfolgreich sei und sehr gut das Leben meistern würde.
Nach einer weiteren Sitzung meldete sich jemand aus Max System, hier im Bild symbolisiert durch den blauen Kreis, der sich Sorgen um Max machte, der sich um die Kleinigkeiten in dessen Leben kümmerte, wir nannten ihn den Alltagsmeister. Er erzählte, dass er wie zerrieben würde zwischen dem forschen Kämpfer vorne und einer inneren Kraft die ihm im Nacken säße. Man konnte gut spüren, wie sich Erschöpfung breit machte und das erste Mal war von den Depressionen etwas zu spüren, wegen denen der Klient ja eigentlich gekommen war. Nach der intensiven Beschäftigung mit dem Alltagsmeister, der sagte, dass er es allen recht machen wolle wurde klar, dass dahinter noch jemand wirkt und der Alltagsmeister nicht ein Entscheidungsträger im psychischen System von Max ist.
Der Zugang zu dieser Seite war schwierig, da sich psychisch eine Mauer der Abwehr aufbaute. Der einzige Zugang erfolgte über den Alltagsmeister, der angesichts der deutlich stärker zu spürenden Mauer immer verzweifelter und resignierter wurde und sich gleichzeitig immer mehr anstrengte, dass es im Leben von Max weiterhin reibungslos lief.
Es schaltete sich auch der Kämpfer ein und wurde ungeduldig und nahm eine sehr abwertende Haltung gegenüber Max ein. Max konnte spüren und erleben, dass er in diesem Zustand schon sehr lange war und ihm wurde klar, dass die Aufmerksamkeit auf diesen Anteil gelenkt werden musste, der für dieses Spannungsfeld sorgte zwischen dem sich abrackernden Alltagsmeister der resigniert war und dem antreibenden Kämpfer und Wächter.
Einige Sitzungen später zeigte sich die Innere Person hinter der Mauer (symbolisiert durch den blauen Kreis auf schwarzem Untergrund). Sie hatte eine hohe energetische Ausstrahlung und sprach sehr wenig. Man konnte spüren, wie machtvoll sie war in ihrer Verweigerung und ihrer Isolation. Behutsam und vor allem mit dem nötigen Respekt war es in der Therapie möglich, sich dieser Innere Person zu nähern.
Zum Zeitpunkt des Bildes war die Mauer noch sehr spürbar und der erste Kontakt mit der Inneren Person dahinter hatte stattgefunden.


Constanze in Kontakt mit ihrer Matriarchin

Fallbeispiel 2: Constanze in Kontakt mit ihrer Matriarchin/Bild Innere PersonHier sehen wir die lebensgroß gemalte Innere Person einer Klientin. Constanze hatte schon über einen längeren Zeitraum mit Ihrem System gearbeitet. In der Therapie wurden einige Innere Personen schon erforscht. Die hier gemalte zeigt eine Innere Person die aus dem hinteren Raum der Psyche so langsam ins Bewusstsein von Constanze rückte. Merkmal dieser Person ist es, wie unsichtbar zu bleiben und sich nur vage zu äußern. Im Leben der Klientin führt dies dazu, dass sie viele Impulse, Ziele und Ideen in ihrem Leben nicht weiterverfolgte, weil sie in einen bequemen Zustand der Zufriedenheit verfiel der aber auch schnell in Lähmung umschlug. Constanze hatte schon viel Therapiearbeit gemacht, um nicht immer wieder zu „versacken“.
Erst in der intensiven Beschäftigung mit dieser sehr machtvollen Inneren Person wurde klar, dass diese viele Impulse von Constanze ruhig hält und nur wenig zulässt an spontanen Bewegungen. In dem Bild wird deutlich, dass diese Innere Person sich wie eine Urmutter sieht, die Haare sind die Flüsse der Welt, unten das Schwarze ist das Gestein der Erde in das sich die Wurzeln schlagen. In Ihrer Mitte ist sowohl das Magma als auch ihre persönliche Wut. Dies ist die Stelle, an der das Bild für die Klientin am persönlichsten ist. Diese Innere Person hatte lange Zeit die Haltung, dass sie einfach nur ruhig und fast unsichtbar das Leben aussitzen möchte, da sie nur ihre Ruhe wollte. In dieser Ruhe war sie sehr kraftvoll und hat große Teile des Lebens von Constanze kontrolliert in dem sie bestimmte, wie viel Energie die Klientin zur Verfügung hatte.
Durch das Sichtbarmachen dieser kraftvollen Energiemeisterin konnte Constanze sich direkt auf sie beziehen und den Kontakt halten. Sie hat ihre Aufmerksamkeit über viele Monate hinweg, unterstützt durch einzelnen Therapiesitzungen, auf diese Innere Person gerichtet, das Bild war der Anker dazu. So gelang es ihr nach und nach, die Themen zu erkennen, die hier getragen werden und nicht mehr direkt mit der Außenwelt kommuniziert werden. Es ging um den Kampf der Frau mit der Welt. Wie ein Urthema der Menschheit wirkte das. Erst als diese Innere Person sich wieder daran erinnerte, dass sie einst Ziele hatte und in der Welt etwas erreichen wollte, wurde sie bereit, ihre Nein-Haltung dem Leben gegenüber langsam aufzugeben.
Es war nötig, sich mit solch einer zentralen Inneren Person über einen längeren Zeitraum zu beschäftigen. Dies hatte dann für Constanze auch konkrete Auswirkungen in ihrem Leben, sie ging plötzlich Pläne an die sie schon lange hatte und realisierte diese in relativ kurzer Zeit auch erfolgreich. Die Energiemeisterin gab Stück für Stück Kraft aus der Lebensenergiequelle frei. Nicht von heute auf morgen oder überstürzt, sondern aus ihrer eigenen Entscheidung heraus, aus einer kraftvollen Position.


Ramona zwischen Feenwelt und Herrscherin
Fallbeispiel 3/1: Aufstellung des Inneren Systems - Ramona zwischen Feenwelt und Herrscherin
In der Aufstellung des inneren Systems der Klientin (Ramona) wurde sie selbst durch den blauen Kreis symbolisiert. Vor ihr die hellgrünen Symbole standen für Innere Personen die sehr an Feen erinnerten. Sie wirkten zart und durchscheinend wie aus einer magischen Welt. Der runde hellgrüne Kreis steht für die sehr weibliche Ausprägung, die beiden flankierenden Vierecke sind diejenigen, die im beruflichen und privaten Alltag diesen weichen und weiblichen Kreis stützen. Hinten, neben dem blauen Kreis (Ramona), symbolisierte das graue Rechteck ein diffuses, kraftloses Lebensgefühl, immer von der Furcht begleitet, ganz in der Depression (schwarzes Rechteck) zu versinken. Diese Klientin ist in dieser
Aufstellung noch ganz von ihren Ressourcen abgeschnitten und erlebt sich als sehr hilflos und mädchenhaft.
Die zweite Aufnahme entstand ca. vier Wochen nach der ersten Aufstellung. Hier wird deutlich sichtbar, dass in der Wirkung nach Außen noch ganz andere Kräfte aktiv sind. Die Klientin hat den Fokus auf Ihrer Hilflosigkeit und Bedürftigkeit. Umso erstaunter war sie, als in dieser Sitzung eine Innere Person auftauchte die sehr bestimmt wirkte und erklärte, dass sie die eigentliche Bestimmerin bei Ramona sei (blauer Kreis auf rotem Untergrund). Die beiden Rechtecke in Pastellfarben waren wie eine Außenstelle von ihr, damit Ramona ihr Selbstbild von der zarten hilflosen Person aufrechterhalten konnte. Deshalb wurde in der Aufstellung der Platz für die Klientin verlagert, damit der Blick für die von ihr tabuisierten und abgelehnten Anteile frei werden konnte konnte. Die gelben Symbole standen für eine Innere Person die wie ein Kobold, sich in ihrem System frei umherbewegt und sich nicht festlegen lässt, und immer wieder die Position verändert. Diese Innere Person war sowohl anderen als auch ihr selbst gegenüber provokant und suchte die Reibung.
Diese beiden Aufstellungen waren für Ramona sehr wichtig um einen Überblick über die Wirkweise ihres Systems zu bekommen. Ihr Fokus lag meist auf der zarten und hilflos wirkenden Anteilen und sie war sich dieser anderen Anteile überhaupt nicht bewusst, diese hatten aber in ihrem Kontakt mit anderen Menschen eine große Wirkung und führten dazu, dass sie immer wieder in Konflikte und Auseinandersetzungen geriet wo sie sich als Opfer sah und anderen böse Absichten unterstellte.
Erst nach diesen beiden Aufstellungen war es in der Therapie möglich, sich tiefer mit den einzelnen Inneren Personen im System zu beschäftigen und die Themen, die damit verbunden waren zu erforschen. Vor allem war es wichtig, diese kraftvolle Innere Person kennen zu lernen, auch wenn sie kontrollierend und sehr dominant wirkte, damit Ramona wieder ihre Kraft und Energie spüren konnte.


Albert und der Anspruch
Während eines Seminars zum Thema Glaubenssätze entdeckte Albert, dass ein grundlegender Satz seiner Kindheit war: „Du bist was ganz Besonderes“. Auf den ersten Blick erscheint dieser Satz eigentlich nicht bedrohlich oder irgendwie schädlich für das Kind. In der Arbeit mit dem Teilnehmer stellte sich aber heraus, dass er sich dafür abwertete, „diese besonderen Anlagen nicht so zu nutzen, wie das anhand seiner außerordentlichen Fähigkeiten möglich gewesen wäre.“ Nur, Albert hat sich eigentlich nie als etwas Besonderes empfunden! Zumindest nicht so, wie seine Eltern das meinten.
In der Aufstellung stand das schwarze Symbol für den Vater, das gelbe für die Mutter. Die rote Scheibe stand für ihn selbst. Hinter ihm sind ineinander geschoben sein Kritiker und die Aussage „Du bist etwas ganz Besonderes“. Im Kurs konnte er noch einmal nachempfinden, wie es ihm als Kind ergangen ist, mit dem Blick auf diesen Anspruch und den Blick auf die Eltern. Er konnte fühlen, wie er es aus Liebe, vor allem zu seiner Mutter gemacht hat, diesen Anspruch als seinen eigenen zu nehmen. Albert hatte aber auch die Möglichkeit –wie hier auf dem Foto- auszusteigen und das Ganze von außen zu betrachten. Dies ermöglichte Albert sowohl Empathie mit sich als Jungen, als auch seinen Eltern gegenüber ein tiefes Verständnis, wie dieser Anspruch, der so positiv klingt, sich gegen ihn richten konnte.
Aufgrund der beiden ineinander geschobenen Scheiben im Hintergrund (der Anspruch der Eltern aber auch ein eigener innerer Kritiker) war zu vermuten, dass es eine Vermischung zwischen dem Anspruch der Eltern und dem eigenen Anspruch gab. In späteren Sitzungen zeigte es sich, dass eine Innere Person von Albert selbst enorm hohe Ansprüche hatte, so hoch, dass sie der Welt nichts mehr davon mitteilte. Diese kollidierte mit den Ansprüchen der Eltern. Daraufhin zog sich diese starke Innere Person zurück, damit Albert keinen Konflikt mit seinen Eltern hatte. Ein Schritt in den nächsten Sitzungen war, diese beiden Anspruchsseiten zu klären, damit sie nicht zusammen ein Gemenge bildeten. Dies war die Ursache für eine starke Abwertung des Klienten sich selbst gegenüber obwohl er eigentlich ein gesundes Selbstbewusstsein hatte und nie verstand, warum er sich trotzdem so abwertete.

 

Gabriela von Witzleben . Am Seerhein 8 . 78467 Konstanz . Fon 0171-4211462 . Kontakt: gabriela@von-witzleben-coaching.de

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